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Informationen zum Projekt "Zertifikate und Micro Degrees – Landesrechtliche Rahmenbedingungen besser verstehen und Perspektiven entwickeln"

Die Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen für Weiterbildung an Hochschulen (AG-E) führt eine Umfrage zu den landesrechtlichen Rahmenbedingungen von Zertifikaten und Micro Degrees als Formate der Wissenschaftlichen Weiterbildung durch. Ziel ist, einen vergleichenden Überblick zu gewinnen, und die Rahmenbedingungen synoptisch zu systematisieren. Im Idealfall soll diese Synopse als Basis für Diskursbeiträge, für die politische Debatte und mit Blick auf ein tieferes Verständnis der Wechselwirkungen der Rahmenbedingungen einerseits und der Formatelandschaft andererseits fortgeschrieben werden. Bitte kontaktieren Sie bei Fragen Kerstin Altherr von der Universität Potsdam oder Ulrich Wacker von der Universität Konstanz.

Im Folgenden finden Sie einige von uns zusammengestellte, grundlegende Informationen, die für Ihre Antworten im Fragebogen gegebenenfalls hilfreich sein könnten: zum einen die von der DGWF empfohlene Systematisierung der Abschlüsse Wissenschaftlicher Weiterbildung, zum anderen einige Erläuterungen zum Thema Micro Degrees / Micro Credentials, die uns bei der Entwicklung unserer Fragen geleitet haben.

DGWF-Transparenzraster – Abschlüsse Wissenschaftliche Weiterbildung

Die DGWF empfiehlt als Referenzsystem für Abschlüsse der Wissenschaftlichen Weiterbildung ein Transparenzraster, das die Landesgruppe Baden-Württemberg in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erarbeitet hat. Die folgende Grafik bietet die Abschlüsse im Überblick.

 

Micro Degrees / Micro Credentials

In unserer Umfrage verwenden wir die Begriffe Micro Degrees und Micro Credentials synonym. Hierbei folgend wir der Definition der HRK: „Die Grundidee von Micro-Degrees besteht darin, dass Studieninhalte im Sinne von größtmöglicher Modularisierung und Aggregationsfähigkeit in Kleinstteile zerlegt und auch wieder zusammengesetzt werden können. Dabei erheben die meisten Micro-Degrees den Anspruch, zumindest eine Vorstufe eines formalisierten Abschlussgrades zu sein.“ Der von uns gewählte Ansatz ist ein pragmatischer: wir sind uns bewusst, dass diese Begriffe aktuell sowohl synonym als auch definitorisch unterschiedlich verwendet werden. Der zukünftige Diskurs wird zeigen, ob ein begrifflicher Konsens möglich sein wird. Die Definition der HRK hat den Vorteil, dass die gewählte Definition in einer Publikation fundiert entwickelt wurde und so ein in die Breite des Hochschulsystems wirkender Referenzpunkt geschaffen wurde. (Hochschulrektorenkonferenz (2020): Micro-Degrees und Badges als Formate digitaler Zusatzqualifikation, Bonn)

Demnach können alle einzelnen Module bzw. „Weiterbildungskurse“ i.S.d. DGWF-Transparenzrasters Micro Degrees / Mirco Credentials sein, gleichgültig ob sie mit einer Prüfung abschließen oder nicht bzw. ob die Teilnehmenden Leistungspunkte erwerben oder nicht. Hierbei müssen Micro Degrees / Micro Credentials nicht zwangsläufig „credit bearing“ sein, auch wenn dies im Hinblick auf die Aggregationsfähigkeit empfohlen wird.

Deshalb können Sie im Fragebogen mehrere Möglichkeiten wählen: bietet Ihre Hochschule z.B. Weiterbildungsformate ohne ECTS an, so wäre nach unserem Ansatz zusätzlich „Micro Degree / Micro Credential ohne ECTS“ anzukreuzen. Ein CBS bzw. CAS kann ebenfalls ein Micro Degree Micro Credential sein – DBS bzw. DAS wären in dieser Logik aggregierte Micro Degrees / Micro Credentials.

Wir wissen, dass diese Einordnung diskutabel ist. Gleichzeitig denken wir, dass sie für den Moment die breiteste Erfassung der wachsenden, heterogenen Landschaft kurzformatiger wissenschaftlicher Weiterbildung ermöglicht. Bitte schreiben sie uns gerne in die Anmerkungsfelder, wenn sich ihre Hochschule für eine völlig andere Einordnung entschieden habe sollte. Auch dies trägt zum Ziel der Umfrage bei, die aktuelle Entwicklung in ihrer Breite zu erfassen.