DGWF Jahrestagung 2026
Zukunftslabor Weiterbildung: Neue Szenarien für Lifelong Learning
Future Lab Continuing Education: New Scenarios for Lifelong Learning
Die kommende DGWF-Jahrestagung 2026 findet vom 16.09.-18.09.2026 an der
Frankfurt University of Applied Sciences statt.
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Im Kontext des Lifelong Learnings hat sich die Wissenschaftliche Weiterbildung in den letzten Jahrzehnten als wichtiger Transferkanal an Hochschulen etabliert. Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung fördern die gesellschaftliche und wirtschaftliche Innovationskraft und dienen dem gezielten Wissenszuwachs sowie dem Kompetenzerwerb von Fach- und Führungskräften, die sich für aktuelle und zukünftige Anforderungen der Berufswelt qualifizieren. Wissenschaftliche Weiterbildungsprogramme agieren an der Schnittstelle von Forschung und Berufspraxis und tragen dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in die Praxis zu übertragen. Gerade in angespannten Zeiten, tragen innovative Weiterbildungsangebote dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu adressieren, Bildungsmotivation zu stärken und Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Weiterbildung steht per se für die Förderung von Durchlässigkeit und Öffnung für nicht-traditionelle, berufserfahrene Zielgruppen und trägt so zur (Bildungs-) Demokratisierung und Chancengleichheit bei.
Der gesellschaftliche Bedarf an Lifelong Learning, wissenschaftlich fundierten und flexibilisierten Lernangeboten sowie wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen erfordert neue Qualifikationen und Kompetenzen in immer kürzeren Zyklen – während sich bildungspolitische Rahmenbedingungen nur langsam verändern. Obgleich sich strukturelle Rahmenbedingungen verbessert haben, Förderinitiativen geschaffen wurden und die Etablierung von Zertifikatsabschlüssen nach dem Transparenzraster der DGWF begonnen hat, bleiben zentrale Fragen offen. Anbieter Wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote bewegen sich weiterhin in einem dynamischen Spannungsfeld: Sie konkurrieren mit Wettbewerbern des freien Bildungsmarkts, während sie zugleich bildungspolitischen Vorgaben und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden müssen, die vielfach auf grundständige Lehre ausgerichtet, jedoch für Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung nicht immer geeignet sind. Die hieraus resultierende Notwendigkeit von Progressivität und Lösungsorientierung definiert zunehmend die Rolle wissenschaftlicher Weiterbildungseinrichtungen. Doch ist die wissenschaftliche Weiterbildung gerüstet für die Anforderungen der Zukunft? Welche Zukünfte werden ihr begegnen und wie kann sie sich auf diese vorbereiten?
Ziel der Tagung
Unter dem Titel „Zukunftslabor Weiterbildung“ lädt die DGWF-Jahrestagung 2026 dazu ein, neue Szenarien für die wissenschaftliche Weiterbildung zu entwerfen, zu diskutieren und zu reflektieren. Im Mittelpunkt stehen die systematische Entwicklung, Diskussion und Einordnung von Zukünften, die im Kontext der wissenschaftlichen Weiterbildung von Bedeutung sein könnten – sowohl im Hinblick auf Inhalte und Zielgruppen als auch auf Formate, Governance, Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Wirkung.
Ziel ist es, diverse mögliche Zukunftsbilder zu identifizieren und auf ihre bildungspolitischen, institutionellen und praktischen Implikationen sowie Synergien zur grundständigen Lehre auszuloten. Welche möglichen, wahrscheinlichen und wünschenswerten Zukünfte prägen die wissenschaftliche Weiterbildung von morgen – und wie können wir sie heute schon gestalten? Wie könnte sich wissenschaftliche Weiterbildung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Zukunftsentwürfen positionieren? Welche Kompetenzen, Strukturen und Angebotsformate wären denkbar? Und wie können mutige und strategisch notwendige Entscheidungen von Hochschulen und Weiterbildungsinstitutionen getroffen und geebnet werden?
Dabei soll auch der Blick auf internationale Hochschulpartner – etwa aus europäischen Hochschulallianzen sowie weiteren globalen Kooperationen – gerichtet werden, um eine breitere internationale Perspektive zu eröffnen. Welche Zukünfte sind hier denkbar? Wie können wir gemeinsam einen internationalen Bildungsraum gestalten, der geprägt ist von Offenheit, Mobilität, digitaler Vernetzung und gemeinsamer Verantwortung für Bildung und Forschung? Und welche Rolle kann in diesem Kontext die Wissenschaftliche Weiterbildung mit ihren Stärken Offenheit, flexible Formate, Vielfalt und didaktische Innovation spielen?
Genau hier setzt die DGWF-Jahrestagung 2026 an: Sie schafft einen Experimentier- und Denkraum – ein Zukunftslabor, in dem wir gemeinsam mit Zukunftsbildern arbeiten.
Schwerpunkte/Thematische Leitfragen?
Um das gemeinsame Ziel – die Entwicklung mutiger Zukunftsszenarien – zu erreichen, sollen im Rahmen der Tagung mögliche Ideen zu zentralen Fragestellungen erarbeitet und vorgestellt werden:
Schwerpunkt 1: Zukünfte und deren Implikationen auf die wissenschaftliche Weiterbildung
- Welche künftigen gesellschaftlichen, technologischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen sind für die wissenschaftliche Weiterbildung relevant?
- Wie sieht wissenschaftliche Weiterbildung in einer post-wachstumsorientierten, automatisierten oder hochgradig mobilen Gesellschaft aus?
- Welche Rolle spielt sie in einer globalisierten Arbeitswelt mit hoher Migration?
Schwerpunkt 2: Zukünfte der Zielgruppen
- Wie verändern sich Zielgruppen, Bildungsbedarfe und Lernbiografien in einer dynamischen, und digitalisierten Gesellschaft?
- Wie verändern sich die Lernbedarfe verschiedener Altersgruppen (z. B. Silver Learners, Gen Z)?
- Welche Rolle spielen berufliche Um- und Quereinsteiger:innen?
- Wie können bildungsbenachteiligte Gruppen besser erreicht werden?
- Welche Anforderungen an die Didaktik sind mit diesen Veränderungen verbunden?
Schwerpunkt 3: Zukünfte von Formaten und Lernarchitekturen
- Welche Rolle spielen KI-gestützte Lernsysteme in der Weiterbildung?
- Wie lassen sich individuelle Lernpfade flexibel gestalten?
- Wie sehen hybride, modulare oder immersive Lernformate der Zukunft aus?
- Welche Rolle spielen Lernökosysteme und Lernorte außerhalb der Hochschule?
Schwerpunkt 4: Ein zukünftiger internationaler Bildungsraum
- Wie kann Lifelong Learning international gedacht und gestaltet werden?
- Welche Rolle spielen europäische Hochschulallianzen?
- Wie lassen sich Anerkennung und Mobilität weiterentwickeln, z.B. im Rahmen von Microcredentials?
Die Tagung sucht Beiträge, die diese Themen empirisch, theoretisch, praxisbezogen oder methodisch fundiert aufgreifen und die anregen, wissenschaftliche Weiterbildung als Gestaltungsraum für gesellschaftliche Zukunftsfragen weiterzudenken. Besonders willkommen sind Formate, die selbst experimentell oder dialogisch angelegt sind – etwa Szenario-Workshops, Zukunftswerkstätten oder Laborformate.
Digitale Poster-Vernissage
Gerne können auch digitale Poster eingereicht werden, die im Vorfeld der Tagung im Rahmen einer digitalen Poster-Vernissage veröffentlicht werden. Während der Tagung selbst wird es weitere Gelegenheiten zum Austausch und zur Diskussion der Beiträge geben.
Die Veröffentlichung einer Tagungsdokumentation durch die Frankfurter Akademie für Weiterbildung und Personalentwicklung der Frankfurt University of Applied Sciences ist geplant. Nähere Angaben dazu folgen.
Sprache
Die Jahrestagung findet in deutscher Sprache statt. Zusätzlich gibt es internationale Beiträge auf Englisch. Eine Verdolmetschung findet nicht statt.
Bitte reichen Sie Ihren Beitragsvorschlag ausschließlich elektronisch über unser Konferenztool ein.
Einsendeschluss ist der 15. April 2026
Über die Aufnahme und Zuordnung der Beiträge entscheidet die Programmkommission bis Ende Mai 2026. Die Referent*innen werden gebeten, bis zum 31.07.2026 den eingereichten Fließtext ggf. zu überarbeiten. Dieser wird vorab im Konferenzprogramm veröffentlicht. Darüber hinaus werden diese Beiträge im Anschluss an die Tagung online veröffentlicht. Eine Überarbeitung der Beiträge nach Tagungsende ist mit Frist bis zum 31.10.2026 möglich. Unabhängig von der Mitgliedschaft in der DGWF gilt für die Referent*innen die Teilnahmegebühr Mitglied mit Frühbucherrabatt.
Beiträge einreichen
Die Registierung und die Einreichung von Beiträgen ist ab dem 09.02.2026 über unser Konferenztool möglich.
Rückfragen an:
Lokale Tagungsorganisatorinnen |
Tagungskoordinatorin vom Vorstand |
Bei Fragen zum Konferenztool |
|
Anna Milan & Oda Vogel Oda Vogel |
Dr. Franziska Sweers |
Daniel Haines Tel.: +49 561 804 2806 |
Termine(CfP)
- bis zum 15. April 2026 Einsendeschluss für Beiträge CfP
- Ende Mai 2026 Ende der Begutachtungsphase / Entscheidung der Programmkommission
- bis zum 31. Juli 2026 Überarbeitung des Fließtextes für das Konferenzprogramms und Ergänzungsmöglichkeit CV
- ab 01. August bis zum 31. Oktober 2026 Upload der Endversion
Upload der Präsentation/Poster und ggf. Ergebnisse der Sitzung, auf Wunsch Überarbeitung des Fließtextes
Programmkommission
- Ilona Arcaro, Technische Hoschule Köln
- Anna Bergstermann, Frankfurt University of Applied Sciences & Vorsitzende der DGWF
- Dr. Monica Bravo Granström, Pädagogische Hochschule Weingarten
- Anna Milan, Frankfurt University of Applied Sciences
- Jesús Pineda, Universität Koblenz
- Dr. Franziska Sweers, Philipps-Universität Marburg & Beisitz Veranstaltungen DGWF
- Oda Vogel, Frankfurt University of Applied Sciences