Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Ort: D0434
Datum: Donnerstag, 12.09.2024
11:15 - 12:45Dynamisierung von Angeboten – Bedarfe
Ort: D0434
Chair der Sitzung: Anika Schünemann, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Vorträge
 

Bedarfe von Hochschulabsolvent*innen in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Das Instrument Absolvent*innenbefragung als Indikator für dynamische Veränderungen.

Elke Gornik, Daniela Nömeyer

Fachhochschule Oberösterreich, Österreich

In der wissenschaftlichen Weiterbildung ist es für Hochschulen/Universitäten ein Erfordernis, die ständig veränderten Bedürfnisse der Zielgruppe(n) zu erkennen, zu verstehen und entsprechend in den Weiterbildungsprogrammen zu berücksichtigen. Gleichzeitig agieren Hochschulen im Bereich der wiss. Weiterbildung in einem hoch kompetitiven Wettbewerbsmarkt, der es erforderlich macht, den Markt, die Anbieter und technologische, gesellschaftliche und soziale Veränderungen im Blick zu haben. Flexibel agieren, Lernorientierung im Fokus haben, strategisch orientiert und kooperativ als Hochschule zu handeln, sind dabei Schlüsselkompetenzen der dynamischen Veränderungen in diesem Bereich.

Eine der wichtigsten Zielgruppen in der wiss. Weiterbildung sind Alumni bzw. Postgraduates, die bereits über einen ersten hochschulischen Abschluss verfügen und mehrere Jahre Berufstätigkeit aufweisen können. Doch wie können die Bedarfe und Interessen kontinuierlich erfasst werden? Was wissen Hochschulen über ihre Alumni im Hinblick auf Weiterbildungsbedarfe und Interessen?

Eine der zentralen Maßnahmen für Hochschulen sind dabei Absolvent*innenbefragungen. Im eingereichten Vortrag wird eine 2022 durchgeführte Absolvent*innenbefragung (repräsentative Vollerhebung an über 20.000 Absolvent*innen) der Fachhochschule Oberösterreich vorgestellt. Dabei werden die Ausgangssituation mit den strategischen Herausforderungen reflektiert, die Ergebnisse der Motive, Interessenslagen und Erwartungshaltungen (Anforderungen) präsentiert. Die Erkenntnisse dieses Projektes können als Empfehlungen für andere Hochschulen abgeleitet werden, die sich im Bereich der wiss. Weiterbildung strategisch positionieren möchten.

 


ENTFÄLLT - Personalmanagement als Zielgruppe für Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung

Sven Hardersen

CBS International Business School, Deutschland

In den Personalabteilungen von Unternehmen liegen reichhaltige Erfahrungen der Nutzung hochschulischer Bildungsangebote vor. Die dahinterliegenden Angebotsphänomene können durch die Stichworte Corporate Universities, Business Schools, Bachelor-Master-Struktur und duales Studium skizziert werden. Aufgrund des akuten branchenübergreifenden Fachkräftemangels entwickelt sich in Unternehmen eine zunehmende Bereitschaft, wissenschaftliche Weiterbildung als Instrument zur Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung einzusetzen. Das Personalmanagement in einem Unternehmen steht vor der Aufgabe, zu entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen die Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung den Beschäftigten zugänglich gemacht werden. Um das Personalmanagement als Zielgruppe zu erschließen, stehen andererseits Hochschulen vor der Aufgabe, ein Verständnis für die Problem- und Entscheidungssituation des Personalmanagements zu entwickeln sowie die Gestaltung und Kommunikation ihrer Angebote daran auszurichten. Eine Analyse der Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sowie der Datenstruktur des Weiterbildungsportals hoch & weit hat gezeigt, dass die Zielgruppe Personalmanagement bisher kaum adressiert wird. In dem Vortrag werden Merkmalsebenen der Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung vorgestellt, die sich für die Erschließung der Zielgruppe Personalmanagement eignen.

 


Hochschulen als Arbeitgeber - Dynamisierung der Weiterbildungen für das Hochschulpersonal

Katrin Jäser, Prof. Dr. Silke Michalk

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Wissenschaftliche Weiterbildung richtet sich an heterogene Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedarfen und Lernvoraussetzungen und möchte einen Beitrag zu einem bedarfsgerechten Up- und Reskilling mit vielfältigen (Kooperations-)Angeboten leisten. Hochschulen richten originär ihre Initiative an Lernenden aus, die an die Institution zum lebensbegleitenden Lernen kommen. Dieser Beitrag richtet den Blick nach innen – Hochschule als Arbeitgeberin mit Verantwortung für Personalentwicklung – und fokussiert das eigene Hochschulpersonal als Lernende mit ihren heterogenen Belangen und Wünschen für die eigene Entwicklung als agierende Personen in der Institution Hochschule und den dafür möglichen Beitrag durch Weiterbildung als institutionell verankerte zentrale Aufgabe.

Im Rahmen einer hochschulinternen Evaluation sind alle Mitarbeitenden angesprochen worden, ihre Akzeptanz und ihr Nutzungsverhalten in Bezug zur internen Weiterbildung sowie die Bedeutung von erlebten Lernprozessen und Lerntransfer für die eigene berufliche Entwicklung einzuschätzen, auch gespiegelt an aktuellen Entwicklungen und der individuellen Bedeutsamkeit, wie bspw. Future Skills. Anlass ist die nutzungsorientierte Ausrichtung des internen Weiterbildungsprogramms in Themen, Formaten, Orten und Kooperationen. Eine wesentliche Grundlage bilden die nutzungsfokussierten Evaluationsergebnisse.

In dem Beitrag werden die Methodik der Evaluation und relevante Ergebnisse vorgestellt, bevor Anknüpfungspunkte und Fragen zur Dynamisierung und Ausrichtung von Angeboten und Strukturen der internen Weiterbildung aufgegriffen und diskutiert werden.


Jäser-Hochschulen als Arbeitgeber-123_a.pdf
 
 

Datum: Freitag, 13.09.2024
10:30 - 12:00Dynamisierung von Strukturen – Governance
Ort: D0434
Chair der Sitzung: Prof. Dr. Annika Maschwitz, Hochschule Bremen
Vorträge
 

Governance Wissenschaftlicher Weiterbildung

Walburga Katharina Freitag

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Deutschland

Antworten auf die im Call for Papers der DGWF-Tagung 2024 aufgeworfene Frage, wie die Steuerung der wissenschaftlichen Weiterbildung in die komplexen Entscheidungsprozesse einer Hochschule effektiv integriert werden kann, sind für die Realisierung von Erwartungsstrukturen ihrer Umwelt und damit für die Zukunft der Weiterbildung relevant.

Im Mittelpunkt des Beitrags steht ein Vorschlag, der auf Ergebnissen meiner Forschung zur institutionellen und organisationalen, insbesondere rechtlichen Ausgestaltung des Weiterbildungssystems Schweizer Hochschulen basiert. Methodologisch macht diese vom soziologischen Neo-Institutionalismus und der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie Gebrauch (Walgenbach & Meyer 2008; Meyer et al. 2005; Meier 2009). Die Ansätze ermöglichen es, theoretisch zwischen den ‚Studienangeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung als Institutionen‘ und der ‚Wissenschaftlichen Weiterbildung als Organisation‘ zu differenzieren. DiMaggio (1991) hält es für gewinnbringend, die organisationale Strukturation und die Strukturierung des organisationalen Feldes zu analysieren. Er hebt die Bedeutung autorisierter Akteure hervor sowie von Ressourcen, die für den Wandel des organisationalen Feldes genutzt werden können. Die Schweizer Hochschulen steuern durch sog. Weiterbildungsreglements die Organisation der Weiterbildung sowie die in einem ca. zehnjährigen Prozess entwickelten landesweit einheitlichen Weiterbildungsabschlüsse.

Am Beispiel eines Weiterbildungsreglements werden rechtliche Strukturen, autorisierte Akteure und Ressourcen sowie die Relationen zwischen der organisationalen Strukturation und der Institutionalisierung der Studienangebote verdeutlicht.


Freitag-Governance Wissenschaftlicher Weiterbildung-122_a.pdf

Freitag-Governance Wissenschaftlicher Weiterbildung-122_b.pdf


Wissenschaftliche Weiterbildung und Regelungen zur hochschulischen Kapazität – wenn der Kreis kein Quadrat werden will…

Kerstin Altherr

Universität Potsdam

Das Thema der Berücksichtigung von wissenschaftlicher Weiterbildung in der hochschulischen Kapazitätsberechnung ist in der Fachcommunity ein „Dauerbrenner“. Die HRK nahm es in diesem Jahr bereits in einem Fachworkshop auf. Auch nach den Ergebnissen der im Rahmen des AG-E-Projekts zu Zertifikatsangeboten durchgeführten Befragung wünscht sich eine signifikante Anzahl des in der wissenschaftlichen Weiterbildung tätigen Personals eine Rechtsänderung insoweit, dass die Lehre in der wissenschaftlichen Weiterbildung (anteilig) auf Lehrdeputate angerechnet werden könne.

Längst werden in Konzepte des lebenslangen Lernens Angebote einbezogen, die sich in die vermeintlich zementierten Kategorien „weiterbildend oder nichtweiterbildend“ schlecht einsortieren lassen – und die bei der Frage der Berücksichtigung in den hochschulischen Kapazitäten an die zwischen den Kategorien verlaufenden Grenzen stoßen.

Im Vortrag werden die Grundlagen und Auswirkungen des Zusammenspiels von Landeshochschulgesetzen, der Kapazitätsverordnungen und der Lehrverpflichtungsverordnungen erläutert. Mit einer differenzierenden Darstellung des Themenfeldes für „Nichtjurist*innen“ wird eine fachlich fundierte Grundlage geschaffen und damit ein Beitrag zu einem informierten Diskurs über einen Regelungsrahmen geleistet, der von vielen Akteur*innen in der wissenschaftlichen Weiterbildung als stark beschränkend empfunden wird. Damit soll kann die Basis für eine Diskussion entstehen, in der rechtliche Grenzen und Gestaltungsräume verstanden und von politischen Zielvorgaben differenziert werden können.


Altherr-Wissenschaftliche Weiterbildung und Regelungen zur hochschulischen Kapazität – wenn-137_a.pdf
 


Der Plattformbegriff in der wissenschaftlichen Weiterbildung – Befunde aus einem internationalen Scoping Review

Nora Leben

Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Im Zuge des gesamtgesellschaftlichen Phänomens der Digitalisierung erhalten Plattformen verstärkt Einzug in Privatleben, Arbeit und (Digital-)Wirtschaft. Den Bedeutungszuwachs von Digitalunternehmen und den „damit verbundene[n] Prozess des fortschreitenden Eindringens infrastruktureller und regelsetzender Plattform-Elemente in die Internet-Ökosysteme“ (S. 17) ordnen Eisenegger et al. (2021) als digitalen Strukturwandel im Zuge der sogenannten Plattformisierung ein. Hierbei nehmen digitale Plattformen eine dynamisierende Rolle ein, indem sie neue Möglichkeiten für die Gestaltung digitaler und analoger Handlungsräume eröffnen und geografische Begrenzungen teilweise auflösen. Dies gilt auch für die wissenschaftliche Weiterbildung, die in ihrer spezifischen Positionierung Bezüge sowohl zum Hochschulsystem als auch zum Weiterbildungsmarkt aufweist: Anbieter bauen eigene Plattformstrukturen auf (z.B. südwissen, WIBKO®), was Einfluss auf die Strukturentwicklung wissenschaftlicher Weiterbildung ausübt. Zudem agieren vermehrt privatwirtschaftliche Digitalunternehmen als Plattformbetreiber im Feld.

Bislang fehlt eine Systematisierung, um das vage Konzept Plattform im Kontext wissenschaftlicher Weiterbildung thematisch zu fassen. Über ein internationales Scoping Review werden im Beitrag bestehende Forschungsarbeiten im deutsch- und englischsprachigen Diskurs systematisch ausgewertet, um eine Standortbestimmung des Plattformisierungsdiskurses vorzunehmen. Anschließend werden Implikationen für das Handlungsfeld der wissenschaftlichen Weiterbildung herausgearbeitet.

Eisenegger, M., Prinzing, M., Ettinger, P., & Blum, R. (2021). Digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit. Springer VS.


Leben-Der Plattformbegriff in der wissenschaftlichen Weiterbildung – Befunde aus einem-126_a.pdf