DGWF-Jahrestagung 2022
Jenseits von Bachelor und Master – Innovation und Vielfalt in der wissenschaftlichen Weiterbildung
14. - 16. September 2022

Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
| Datum: Freitag, 16.09.2022 | |||
| 8:00 | Öffnung Tagungsbüro Ort: Raum 6a 401 (Registrierung) Lageplan -> | ||
| 9:30 - 9:45 | Begrüßung Ort: Audimax | ||
| 9:45 - 10:30 | Keynote - Neue Verhältnisse? Micro-Credentials im Kontext von Hochschulweiterbildung Ort: Audimax Chair der Sitzung: Prof. Dr. Annika Maschwitz, Hochschule Bremen | ||
| 10:30 - 11:00 | Kaffeepause / Raumwechsel Ort: Raum 6a 403 (Catering) | ||
| 11:00 - 12:30 | Kurzprogramme in der Bildungspolitik und der Strategie von Hochschulen Ort: Raum 6a 422 Chair der Sitzung: Prof. Dr. Christoph Damm, Hochschule Magdeburg-Stendal | ||
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Kurzprogramme in der hochschulischen Weiterbildung: Hype oder zukünftig unumgänglich? BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland Der schnelle technologische Fortschritt und die damit verbundenen Innovationen, insbesondere durch die Digitalisierung, führen zu einem wachsenden Bedarf an lebensbegleitenden Lernangeboten, die die individuellen Bildungsbiographien unterstützen. In dieser schnelllebigen Zeit gewinnen kurzformatige Qualifizierungsangebote wie Zertifikatsprogramme und -kurse oder Micro-Degrees, aufgrund ihrer Flexibilität und der Förderung des selbstbestimmten Lernens immer stärker an Bedeutung (Reum, Nickel & Schrand, 2020, mmb, 2022). Die Digitalisierung ist dabei nicht nur Thema oder Inhalt der Qualifizierung sondern eröffnet neue Möglichkeiten zur Entwicklung und Bereitstellung von Qualifizierungsangeboten. Der Beitrag thematisiert verschiedene kurzformatige Qualifizierungsangebote und deren aktuelle Bedeutung. Dabei werden Studienergebnisse von Weiterbildungseinrichtungen als Qualifizierungsanbietende (Reum et al., 2020; Häßlich, 2019 & 2021) denen der Unternehmen in Deutschland, bzw. Berlin-Brandenburg, als Weiterbildungsnachfragende (WFBB, 2021; Häßlich, 2018) gegenübergestellt. Weiterhin wird auf das Vorgehen zur Ermittlung von Weiterbildungsbedarfen in Unternehmen, favorisierte Abschlussmöglichkeiten und Trends für innovative und flexible Qualifizierungsformate eingegangen (Wuppertaler Kreis, 2020). Die Ergebnisse zeigen, dass kurzformatige Qualifizierungsangebote als Bausteine modularer Bildungsangebote einer steigenden Nachfrage gegenüber stehen und bereits zu ca. dreiviertel das Angebotsportfolio von hochschulischen Weiterbildungseinrichtungen in Deutschland ausmachen. Aus den Ergebnissen lässt sich die auch zukünftig hohe Bedeutung von Microlearning-Angeboten ableiten.
Wissenschaftliche Weiterbildung für neue Zielgruppen partizipativ gestalten - Konzept am Beispiel der digitalen Transformation im Gesundheitswesen 1Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, Deutschland; 2Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, AG Versorgungsforschung Obwohl (formelle) Fort- und Weiterbildungen im Gesundheits- und Pflegewesen eine wichtige Rolle spielen, werden einige Zielgruppen, die im Zuge der sich verändernden Bevölkerungsstruktur bedingt durch den demografischen Wandel immer zahlreicher werden, nicht mit abgebildet (Paulicke et al. 2019). Damit einher gehen fehlende fundierte sowie evaluierte wissenschaftliche Weiterbildungs-Konzepte, die für die Zukunft der Pflege wegweisende Elemente der Digitalisierung sowie deren kompetenzorientierten Umgang in Korrelation mit den Bedürfnissen der Zielgruppe aufgreifen müssen. Die Transformation nicht nur des Gesundheits- und Pflegewesens ist hierbei ein notwendiger Bestandteil; auch wissenschaftliche Weiterbildungen mit der Öffnung der hochschulischen Angebote für unterrepräsentierte, vulnerable Zielgruppen stehen vor einem fundamentalen Wandel. Am Beispiel der wenig wissenschaftlich erörterten Zielgruppe pflegende Angehörige wird anhand einer Mixed-Methods-Erhebung ein transformatives Weiterbildungskonzept vorgestellt, das im Rahmen eines Stufen-Modells eine frühzeitige Kompetenzentwicklung durch konkrete Erfahrung, Reflexion und Anwendung digitaler Lösungen sowie die partizipative Einbindung in Alltagsprozesse anvisiert. Anhand der Gestaltung von wissenschaftlichen Weiterbildungen für Zielgruppen wie diese, lässt sich somit exemplarisch skizzieren, wie sich Grenzen von formellen Weiterbildungen auflösen lassen können um eine basisdemokratische, breitere Reichweite erzielen zu können. Dabei wird auch die Rolle der (formelle) Lernorte, wie hochschulischen Skills Labs, diskutiert, die sich zu Begegnungs- und Bildungsorten für neue Zielgruppen wandeln müssen.
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| 11:00 - 12:30 | Die europäische Perspektive Ort: Raum 6a 418 Chair der Sitzung: Dr. Johannes Klenk, Universität Hohenheim | ||
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Kurzformate in der wissenschaftlichen Weiterbildung im Kontext europäischer Entwicklungen CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutschland In dem Vortrag soll die bestehende Angebotsvielfalt in der wissenschaftlichen Weiterbildung in Deutschland typisiert sowie unter verschiedenen Merkmalen überblicksartig analysiert werden. Dies geschieht auf Basis von Ergebnissen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ (Nickel & Thiele 2020) sowie aktueller Daten mit dem Ziel, Entwicklungsverläufe und Charakteristika der verschiedenen Angebotstypen deutlich zu machen. Daran anschließend soll die nationale Entwicklung in einen europäischen Kontext eingeordnet werden, um auch international die Breite in der Gestaltung und die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Weiterbildung zu skizzieren. Dies kann Rückschlüsse auf potenzielle Entwicklungspfade von Kurzformaten in Deutschland ermöglichen. Dazu wird ein vergleichender Blick auf die wissenschaftliche Weiterbildung in drei europäischen Ländern (Schweiz, UK und Finnland) geworfen. In einer anschließenden Diskussionsrunde erfolgt ein Austausch zu den daraus resultierenden Implikationen für Deutschland. Hintergrund für den Vortrag ist der seit einigen Jahren beobachtbare Trend zu Kurzformaten in der wissenschaftlichen Weiterbildung (Reum, Nickel & Schrand 2019). Die Empfehlungen des Bundesrats zu einem europäischen Ansatz für Microcredentials im Rahmen des lebenslangen Lernens könnte diese Entwicklung noch weiter befördern und um internationale Aspekte erweitern (Bundesrat 2022). Die große Heterogenität der Kurzformate stellt eine Herausforderung sowohl für Verantwortliche in Hochschulen als auch für Weiterbildungsinteressierte dar (Rentzsch et al. 2020). Insofern stellen sich hier Fragen der Transparenz und Qualitätssicherung.
Vom Ausland lernen!? – Erfahrungen und erste Erkenntnisse mit Micro-Credentials in Europa FernUniversität in Hagen, Deutschland Während Micro-Credentials in Deutschland erst seit in jüngster Zeit intensiver diskutiert werden, sind sie international bereits weiter verbreitet. So gehören in Großbritannien MOOCs häufiger zum Geschäftsmodell von Hochschulen, in Irland werden Micro-Credentials staatlich gefördert und in Frankreich und Italien gibt es offizielle digitale Plattformen für universitäre Kurzprogramme. Zwar unterscheiden sich die Begrifflichkeiten, sie alle aber eint, dass sie überwiegend digital/blended und für berufserfahrene Lernende zur Steigerung der Employability angeboten werden. Die Europäische Kommission hat nunmehr eine Empfehlung zu Micro-Credentials vorgelegt, um eine Transparenz und Akzeptanz für Formate jenseits von BA und MA zu schaffen. Gleichzeitig bewirbt sie diese als adäquates Mittel, um den Zugang zu qualitätsgesicherter lebenslanger Bildung zu gewährleisten. Die FernUniversität beschäftigt sich seit geraumer Zeit zusammen mit internationalen Partnern mit dem Thema: Nach einem Vorläuferprojekt „European Short Learning Programmes“ (2018-2021) setzt das im April 2022 gestartete EU-Projekt „Modular Continuing Higher Education by Microcredentials“ mit 11 EU-Partnern seinen Schwerpunkt auf die Lernendenperspektive und die institutionelle Entwicklung im hochschulpolitischen Rahmen. Berichtet werden aus diesem Projekt die Ergebnisse einer Befragung unter den Projektpartnern, die sowohl die jeweiligen institutionellen Strategien im Umgang mit Micro-Credentials aufzeigen als auch auf die nationalen Ausprägungen der Diskussionen hierzu verweisen. Vor diesem Hintergrund werden Thesen zur Reichweite und Bedeutung von Micro-Credentials auf das deutsche Bildungssystem formuliert.
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| 11:00 - 12:30 | Vielfalt von Modellen und Abschlüssen Ort: Audimax Chair der Sitzung: Thomas Bertram, Leibniz Universität Hannover | ||
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‚In the making‘ — Länderübergreifende Diffusion eines Abschlusssystems der hochschulischen Weiterbildung Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung DZHW, Deutschland Aktuelle Publikationen (Reum et al. 2020; Raecke 2020; Freitag et al. 2020) weisen auf einen institutionellen Wandel der wissenschaftlichen Weiterbildung in Deutschland durch die Einführung eines neuen Abschlusssystems hin. Dieses besteht aus - auf bestimmte Weise - normierte Hochschulzertifikate und damit einhergehende diese bezeichnende neue Bildungstitel, die unterhalb akademischer Bachelor- und Mastergrade angesiedelt sind (DGWF 2018). Je nach Ausgestaltung des Systems besteht die Option, mehrere Zertifikatsabschlüsse zu einem akademischen Grad zu akkumulieren. Bei dem System handelt es sich auf den ersten Blick um die ‚Nachahmung‘ (Krücken/Röbken 2009) eines von Schweizer Universitäten entwickelten und rechtlich sowie kulturell bereits legitimierten Modells (Zimmermann 2019). Im Mittelpunkt des aus Eigenmitteln finanzierten Anforschungsprojekts stehen Fragen nach der institutionellen Ausgestaltung des Weiterbildungssystems der Schweizer Hochschulen und den Gemeinsamkeiten sowie Differenzen des Systems für Hochschulen in Deutschland. Empirisch beobachtbare Entwicklungen werden auf Grundlage des soziologischen Neo-Institutionalismus (Walgenbach/Meyer 2008) analysiert. Dieser Ansatz stellt einen konzeptionellen Rahmen sowie Begriffe bereit, die für das Verständnis und die Einordnung der beobachtbaren Prozesse und Regelungen weiterführend sind. Die Präsentation fokussiert auf die rechtliche Institutionalisierung (Scott 1995) des Schweizer Weiterbildungssystems und Fragen von struktureller Isomorphie. Vielfalt durch Flexibilisierung? - Die Entwicklung kleinteiliger Angebote als Herausforderung für Weiterbildungsakteure 1Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Center für Lebenslanges Lernen (C3L); 2Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Arbeitsbereich Bildungsmanagement Im Laufe der beiden Förderphasen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung“ (2011-2020) wurde der Akzent bei der Entwicklung wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote zunehmend auf Zertifikatsprogramme gesetzt (Nickel & Thiele, 2020). Auch die HRK beschreibt „Micro-Degrees als Formate digitaler Zusatzqualifikation“ (HRK 2020), Abschlüsse wie CAS/DAS gelten als logische, aber anspruchsvolle Weiterentwicklungen bestehender Angebotsformate (Zimmermann, 2019).
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| 11:00 - 12:30 | Wettbewerb & Qualitätssicherung Ort: Raum 6a 405 Chair der Sitzung: Andreas Kröner, Hochschule Merseburg | ||
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Zum Stand der Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Deutschland Hochschulische Weiterbildungsangebote bestehen Schätzungen zufolge mindestens zur Hälfte aus Studienangeboten, die kürzer als ein Studiengang sind – im Folgenden „Zertifikatsangebote“ genannt (einschließlich derer, die einen Abschluss ausschließlich mit einer Teilnahmebescheinigung attestieren). Zur Qualitätssicherung dieser Zertifikatsangebote gibt es keine bundesweit geltenden Vorschriften, sofern sie nicht unter das Fernunterrichtsschutzgesetz, FernUSG, fallen oder als ausgekoppelter Teil von akkreditierten Bachelor- oder Masterstudiengängen extern qualitätsgesichert sind. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen eines vom BMBF initiierten „Runden Tisches“ mit Hochschulvertreter:innen aus unterschiedlichen Bereichen Empfehlungen zur „Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung“ mit zehn Aspekten als Anforderung entwickelt und Ende März 2021 veröffentlicht. Der Beitrag befasst sich mit dem Stand der Qualitätssicherung auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Weiterbildung unterhalb eines akademischen Abschlusses. Es werden dabei die bestehenden Verfahren zur Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hochschulsystems – beleuchtet: Ziel des Inputs ist es, einen Beitrag zu Erhöhung des Qualitätsbewusstseins im Hinblick auf hochschulische Zertifikatsangebote zu leisten und darauf aufmerksam zu machen, dass angesichts der wachsenden Zahl an Zertifikatsangeboten und der steigenden Bedeutung hochschulischer Weiterbildung im Kontext des offenen, lebensbegleitenden Lernens die Diskussion über ein grundlegendes Verständnis in diesem Bereich zwingend erforderlich ist.
hoch & weit – Das Weiterbildungsportal der Hochschulen Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz, Deutschland Im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie und mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickelt die Hochschulrektorenkonferenz derzeit ein bundesweit zentrales Informationsportal der Hochschulen für wissenschaftliche Weiterbildung. Ziel von hoch & weit ist es, erstmalig alle Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung deutscher Hochschulen in einer Datenbank zu bündeln, deren Bekanntheit sowie die Transparenz in der Weiterbildungslandschaft zu erhöhen. Weiterbildungsinteressierte und Arbeitgeber:innen erhalten auf dem Portal die Möglichkeit, nach hochschulischen Weiterbildungsangeboten zu suchen. Zudem stehen Informationen rund um wissenschaftliche Weiterbildung und ein kostenloser wit – Weiterbildungs-Interessentest zur Verfügung.
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| 12:30 - 13:00 | Kaffeepause / Raumwechsel Ort: Raum 6a 403 (Catering) | ||
| 13:00 - 14:00 | Tagungsabschluss Ort: Audimax Chair der Sitzung: Jan Ihwe, Universität Freiburg Rückblick (incl. Barcamp) Ausblick JATA 2023 Mainz, Staffelübergabe an Dr. Beate Hörr DGWF Jahrestagung 2023 | ||
