Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2021

 

Die DGWF hat sich an die politischen Parteien gewandt und ihnen Wahlprüfsteine vorgelegt. Wir freuen uns, nun an dieser Stelle die Antworten der angefragten Parteien auf die DGWF-Wahlprüfsteine präsentieren zu können. Neu eintreffende Antworten werden sofort ergänzt*.

Wir bedanken uns bei den Parteien sehr herzlich dafür, dass sie unserer Bitte um Beantwortung der ihnen gestellten Fragen nachgekommen sind.

Auch wenn wir die jeweiligen Antworten nicht kommentieren werden: Bei allen Parteien zeigt sich sehr deutlich eine große Wertschätzung gegenüber der Weiterbildung an Hochschulen.

*Die Antwort der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) sind für Mitte September angekündigt.

Frage 1:
Welche Bedeutung misst Ihre Partei der wissenschaftlichen Weiterbildung (Weiterbildung an Hochschulen) zu?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

Die wissenschaftliche Weiterbildung ist eine den Hochschulen durch den Gesetzgeber zugewiesene hoheitliche Aufgabe, deren Umfang – gemessen am Gesamtangebot der Hochschulen – noch zu gering ist. CDU und CSU betonen, dass die wissenschaftliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der nationalen und internationalen Herausforderungen leisten kann. Zugleich ist sie geeignet, die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu verbessern. Entsprechend sollte die wissenschaftliche Weiterbildung gestärkt und ausgebaut werden.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen messen wir eine sehr hohe Bedeutung zu. Deshalb wollen wir die Hochschulen zu Bildungseinrichtungen für das ganze Leben weiterentwickeln.

Antwort von DIE LINKE

DIE LINKE sieht die wissenschaftliche Weiterbildung als wichtigen Bestandteil des Bildungssystems an. Weiterbildung ermöglicht Menschen, sich im Verlauf ihres Lebens weiter zu entwickeln. Sie können sich beispielsweise ausgehend von einem bereits erlernten Beruf weiter spezialisieren oder eine ganz neue Richtung einschlagen, ganz nach ihren persönlichen Wünschen. Ebenso kann die Weiterbildung genutzt werden, um ihre oder seine Persönlichkeit zu entfalten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Wissenschaftliche Weiterbildung ist für uns ein wichtiger als Teil des lebensbegleitenden Lernens und birgt ein großes Potenzial für die Fachkräftequalifizierung. Wichtig ist uns, dass Weiterbildung auch außerhalb des Betriebs deutlich erleichtert wird. In diesem Zusammenhang begrüßen wir GRÜNE, dass auch viele Hochschulen in den vergangenen Jahren hochwertige Angebote aufgebaut haben und die wissenschaftliche Weiterbildung insgesamt an Bedeutung gewinnt. Weiterbildung an Hochschulen ergänzt die vielfältige Weiterbildungslandschaft in Deutschland und ermöglicht es gerade in einer Gesellschaft und Wirtschaft im Wandel, beruflich Qualifizierten neue persönliche und berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Antwort von Volt Deutschland

Das Thema des lebensbegleitenden Lernen ist ein Eckpfeiler des Bildungskapitels unseres Wahlprogramms. Wir sind davon überzeugt, dass in einer VUCA-Welt, in der Arbeitnehmer*innen ständigen massiven Veränderungen in ihrem Arbeitsumfeld ausgesetzt sind, eine konstante Fort-, aber insbesondere auch Weiterbildung nötig ist. Berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge oder Vollzeitstudiengänge von Berufserfahrenen halten wir für elementar, um Anforderungen gerecht zu werden und persönliche Weiterentwicklung zu erfahren.

Frage 2:
Ist Ihre Partei der Auffassung, dass die Weiterbildung an Hochschulen ein öffentliches oder ein wirtschaftliches Gut ist? Worauf gründet sich Ihre Ansicht?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

Bildung und Weiterbildung sowie die damit verbundene Verleihung akademischer Grade sind als hoheitliche Aufgabe keine privatwirtschaftliche Aktivität. Damit widersprechen CDU und CSU einer möglichen Interpretation des EU-Beihilferechts, wonach Weiterbildung eine wirtschaftliche Tätigkeit sein soll. Tatsächlich ist diese Auslegung des EU-Beihilferechts rechtlich nicht zwingend. Die Praxis der dichotomen Unterscheidung zwischen weiterbildenden und konsekutiven Masterstudiengängen ist systematisch wenig überzeugend; sie wird so in keinem anderen Staat des Bologna-Raums praktiziert. Nicht nur konsekutive Master-, sondern auch sogenannte grundständige Bachelorstudiengänge wurden und werden de facto unter dem Gesichtspunkt der persönlichen oder beruflichen Weiterbildung studiert.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Akademische Weiterbildung liegt oftmals im wirtschaftlichen Interesse der Teilnehmenden, aber auch im Interesse der Gesellschaft insgesamt. Zur Zugang zu akademischer Weiterbildung darf keine Frage der sozialen Herkunft sein. Für Hochschulen wollen wir die nötigen rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen schaffen – in einem fairen Wettbewerb mit den Angeboten privater Hochschulen – sie zu Bildungseinrichtungen für das ganze Leben weiterzuentwickeln. Die Qualität der Weiterbildungsangebote und eine angemessene Bezahlung der Dozenten muss dabei sichergestellt werden können.

Antwort von DIE LINKE

Ja. Für DIE LINKE gilt es, Weiterbildungen nicht nur an Hochschulen aufzuwerten. Weiterbildung verstehen wir als Beitrag zur gesellschaftlichen sowie kulturellen Emanzipation und nicht als Beitrag zur kurzfristigen ökonomischen Verwertbarkeit von Arbeitskraft. Hochschulen müssen daher gesetzlich verpflichtet und in die Lage versetzt werden, Angebote der beruflichen Fortbildung zu schaffen, die allen Beschäftigten unabhängig vom bisherigen Bildungsabschluss offenstehen.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Wir GRÜNE wollen die öffentliche Weiterbildung stärker fördern und in Weiterbildung und Qualifizierung investieren. Gleichzeitig gibt es in Deutschland viele private Unternehmen, die als kommerzielle Anbieter hochwertige Qualifizierungsangebote bereithalten. Ob eine Bildungsleistung wirtschaftlicher Natur ist, hängt neben der Finanzierungsstruktur und der Gewinnerzielungsabsicht des Anbieters auch davon ab, ob ein spezifisches öffentliches Interesse n den Angeboten besteht. Wissenschaftliche abschlussorientierte Weiterbildung an öffentlich finanzierten Hochschulen, ist ein öffentliches Gut, an dem auch ein spezifisches öffentliches Interesse bestehen kann.

Antwort von Volt Deutschland

Wir sind der Ansicht, dass Bildung grundsätzlich frei zur Verfügung stehen sollte. Um die Schere zwischen “Bildungsreichen” und denjenigen, die nicht die soziale Prägung erhalten haben, sich ihr Leben lang weiterzubilden, nicht zu vergrößern, erachten wir es als angemessen, wenn für Weiterbildungsstudiengänge - zusätzlich zur staatlichen Förderung - Gebühren erhoben werden.

Frage 3:
Treten Sie für einen weiteren Ausbau der Weiterbildung an Hochschulen ein?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

CDU und CSU sprechen sich für eine Stärkung der wissenschaftlichen Weiterbildung an den Hochschulen aus. Hierzu bedarf es besonderer politischer Anstrengungen und Maßnahmen. Allerdings sind auch die Hochschulen selbst gefordert, wenn es um die weitere Modularisierung von Weiterbildungsstudiengängen und Zertifikatslehrgängern geht.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Ja. Wir Freie Demokraten wollen Hochschulen stärker für die akademische Weiterbildung und für Lehrangebote jenseits der Erstausbildung öffnen. Die rechtlichen und finanziellen Grundlagen dafür wollen wir schaffen.

Antwort von DIE LINKE

Ja. DIE LINKE steht für einen weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen. Ihren Beitrag zum lebenslangen Lernen wollen wir stärken und so mehr Menschen den Zugang zu hochschulischer Bildung ermöglichen. Insbesondere die Digitalisierung fordert von Beschäftigten die Anwendung neuen Wissens und neuer Technologien, häufig in Kombination mit bereits erworbenen Erfahrungen und Fähigkeiten in den bestehenden Arbeitsabläufen. Aus diesen Gründen sehen wir bei den Hochschulen noch große Potentiale, ihr Angebot auszubauen.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Wir GRÜNEN unterstützen den Ausbau sinnvoller und hochwertiger Weiterbildungsangebote ganz grundsätzlich. In diesem Sinne begrüßen wir es ausdrücklich, wenn die Hochschulen entsprechende Angebote entwickeln und die für die Finanzierung der Hochschulen zuständigen Länder diese Entwicklungen fördern.

Antwort von Volt Deutschland

Aufgrund der bereits beschriebenen Grundüberzeugungen streben wir einen deutlichen Ausbau der Weiterbildungsmöglichkeiten an Hochschulen aus.

Frage 4:
Wie sollte ein möglicher Ausbau der Weitebildung an Hochschulen aus Sicht Ihrer Partei finanziert werden?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

Die Zuständigkeit für die Hochschulpolitik liegt hierzulande bei den Ländern. Daran halten CDU und CSU fest.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Aufgrund rechtlicher und finanzieller Hürden beschränken Hochschulen ihr Weiterbildungsengagement zumeist auf ausgewählte Ausgründungen und Business Schools. Instrumente zur Studienfinanzierung stehen im Regelfall nur für jüngere Altersgruppen zur Verfügung. Im fairen Wettbewerb mit den Angeboten privater Hochschulen wollen wir die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen schaffen, um Hochschulen zu Bildungseinrichtungen für das ganze Leben weiterzuentwickeln. Neben der Öffnung vorhandener Finanzierungsinstrumente wie den Zukunftsvertrag Studium und Lehre wollen wir über ein Midlife-BAföG und Bildungssparen zusätzliche Mittel in die Weiterbildung investieren.

Antwort von DIE LINKE

DIE LINKE will die wissenschaftliche Weiterbildung an den Hochschulen vor allem durch eine ausreichende Grundfinanzierung der Hochschulen unterstützen. Die derzeitigen Finanzmittel der Hochschulen reichen nicht zur Erfüllung ihrer Aufgaben aus. Diese Lücke muss durch eine stärkere und dauerhafte Beteiligung des Bundes an der Hochschulfinanzierung geschlossen werden. Damit werden die Hochschulen in die Lage versetzt, ihre Angebote für die wissenschaftliche Weiterbildung auszubauen, weiterzuentwickeln und erfolgreiche Konzepte zu verstetigen. Um den Aufbau von Personal mittelfristig zu unterstützten wollen wir ein Anschubprogramm des Bundes, das über zehn Jahre die Einrichtung von 10.000 unbefristeten Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau pro Jahr bezuschussen soll.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Für die Finanzierung der Hochschulen sind grundsätzlich die Länder zuständig. Wir GRÜNE begrüßen ihr Engagement beim Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung ausdrücklich.

Antwort von Volt Deutschland

Je nach Berufs- und Bildungszweig wird die Finanzierung unterschiedlich gestaltet sein müssen. Wenn es beispielsweise darum geht, die Qualität der Kindertagesstätten durch Weiterbildungsprogramme an Hochschulen zu erweitern, so ist das öffentliche Interesse und der Benefit so groß, dass eine staatliche Finanzierung vollkommen gerechtfertigt ist. Weiterbildungsprogramme im hochkompetitiven wirtschaftlichen Umfeld können - in unterschiedlichen Modellen - durch Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen teilfinanziert werden.

Frage 5:
Welche Anreize gibt es aus Sicht Ihrer Partei für ein Engagement der Hochschulen in der Weiterbildung (Nutzen).

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

Das lebensbegleitende Lernen ist in der Wissensgesellschaft eine Conditio sine qua non. Die Hochschulen profitieren daher in professioneller und finanzieller Hinsicht, wenn sich Studierende und Lehrende lebensbegleitend weiterentwickeln und die Hochschulen dabei zu Bildungs- und Wissenschaftszentren im Lebenslauf der Menschen werden. Im demografischen Wandel bleiben die Hochschulen damit ein attraktiver Lernort.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Die Digitalisierung ist für den Sektor Bildung, Beruf und Beschäftigung ein prägender Faktor. Sie verändert unsere Arbeits-, aber auch Lebenswelt immer schneller. Deshalb wird es in Zukunft immer wichtiger, sich stetig neues Wissen und neue Fertigkeiten anzueignen. Hochschulen können und sollten dabei eine tragende Rolle spielen. Die akademische Weiterbildung ist zudem ein wichtiger Bestandteil der „third mission“, des Transfers neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Antwort von DIE LINKE

Aus unserer Sicht besteht der Nutzen für Hochschulen in der wissenschaftlichen Weiterbildung neben den offensichtlichen finanziellen Anreizen im engen Kontakt mit verschiedenen Berufsfeldern, um neue Forschungsfragen und -impulse zu erhalten.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Es liegt im eigenen Interesse der Hochschulen, ihre Angebote fortlaufend weiterzuentwickeln und attraktiv auszugestalten, auch um neue Zielgruppen zu erreichen. Die Länder können darüber hinaus Fördermaßnahmen entwickeln, mit denen der Ausbau von Weiterbildungsangeboten insbesondere in Bereichen unterstützt wird, für die ein besonderes öffentliches Interesse besteht und in denen Fachkräfte fehlen, beispielsweise in der Pflege oder der Lehrerbildung. Bestehende Vernetzungsstrukturen wollen wir GRÜNE nutzen und weiter ausbauen, um die wissenschaftliche Weiterbildung als starken Partner für regionale Bildungsnetzwerke zu gewinnen. Um diese Netzwerke zu unterstützen, wollen wir Bildungsagenturen aufbauen, in denen sich die Akteure der Weiterbildung vor Ort, beispielsweise Arbeitsagenturen, Jobcenter, berufsbildende Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und Kammern vernetzen und ihre Kompetenzen bündeln können.

Antwort von Volt Deutschland

Hochschulen profitieren von einer breiten Verankerung ihres Bildungsauftrages in der Gesellschaft. Die bloße Ausbildung von Berufseinsteiger*innen verkennt die große Chance, den Wert des Inputs der Berufserfahrenen für die Weiterentwicklung der Lehre und die Forschung an den Hochschulen zu nutzen. Durch die stärkere Vernetzung der Hochschulen mit der tatsächlichen Arbeitswelt ergeben sich zudem neue Einstiegsmöglichkeiten von Berufserfahrenen in die Forschung und vielfältige Fördermöglichkeiten.

Frage 6:
Tritt Ihre Partei dafür ein, dass weiterbildungsstudierende in die Berechnung der Hochschulpaktmittel (Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken) eingehen?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

CDU und CSU wollen prüfen, inwieweit Weiterbildungs-Studierende in die Mittelzuweisungen für den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ einfließen können.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Mittelzuweisungen des Bundes sollen künftig auch auf Basis qualitätsorientierter Kriterien erfolgen. Wie schon der bisherige Hochschulpakt berücksichtigt auch der künftige Zukunftsvertrag die akademische Weiterbildung nicht. Das muss sich ändern. Das starre Kapazitätsrecht, das die Zahl der bereitgestellten Studienplätze regelt, wollen wir grundlegend reformieren, um Hochschulen mehr Investitionen in digitale Lehrangebote, bessere Betreuungsquoten sowie berufs- und lebensbegleitende Studienmodule zu ermöglichen. Alle Förderprogramme des Bundes für die Verbesserung der Hochschullehre wie auch zur Forschungsfinanzierung sollen den Hochschulen grundsätzlich unabhängig ihrer Trägerschaft offenstehen.

Antwort von DIE LINKE

Ja. DIE LINKE befürwortet es, Weiterbildungsstudierende in die Berechnung von Hochschulpaktmitteln wie dem Zukunftsvertrag einzubeziehen. Hochschulen müssen für Menschen, die eine wissenschaftliche Weiterbildung absolvieren, in gleichem Maße Lehre, Beratung etc. vorhalten und sollten daher entsprechend bezuschusst werden.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Gemeinsam mit den Ländern wollen wir den Zukunftsvertrag Studium und Lehre verstetigen und qualitativ voranbringen. In welchem Umfang Mittel aus dem Zukunftsvertrag für die wissenschaftliche Weiterbildung zukünftig genutzt werden können, müssen Bund und Länder auf Basis der dann vorliegenden Schätzungen von Studiennachfrage und Bevölkerungsentwicklung vereinbaren.

Antwort von Volt Deutschland

Aufgrund der ausgeführten Erläuterungen ist erkennbar, dass wir das Einbeziehen in die Berechnung befürworten.

Frage 7:
Welche bundespolitischen Initiativen oder Signale, sind von Ihrer Partei für die Stärkung der Weiterbildung an Hochschulen zu erwarten.

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

CDU und CSU sprechen sich für die bedarfsgerechte Ausgestaltung der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen aus. Dazu gehört der Ausbau von zeitlich und örtlich flexiblen Studienformaten auf allen Studienstufen, wie die Entwicklung von Blended-Learning-Formaten. Außerdem sollen die Hochschulen vermehrt weiterbildende Studienmöglichkeiten ohne Hochschulabschluss anbieten, etwa Zertifikatskurse oder modulare Studienmodelle, die als Baukastensystem genutzt werden können und zu einem Teil eines Studiengangs kombinierbar sind. Alle Formate wissenschaftlicher Weiterbildung sollen in das übergeordnete Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungssystem der Hochschulen eingebunden sein. Auch Weiterbildungsangebote ohne Hochschulabschluss sollten in die Systemakkreditierung einer Hochschule einbezogen werden.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Im fairen Wettbewerb mit den Angeboten privater Hochschulen wollen wir die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen schaffen, um Hochschulen zu Bildungseinrichtungen für das ganze Leben weiterzuentwickeln. Wir wollen das Kapazitätsrecht grundlegend reformieren, die akademische Weiterbildung systematisch in der Hochschulfinanzierung verankern und die Anerkennung akademischer Teilabschlüsse verbessern.

Antwort von DIE LINKE

DIE LINKE will ein Recht auf Weiterqualifizierung etablieren, das mit einer sozialen Absicherung verbunden ist. Während der Weiterbildung soll ein Weiterbildungsgeld in Höhe von 90 Prozent des letzten Nettoentgelts gezahlt werden. Die Zeit der Weiterbildung wird nicht auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld angerechnet. Dementsprechend soll auch das BAföG geöffnet werden. Wir fordern ein Weiterbildungsprogramm für den sozialökologischen Umbau, das durch den Bund und durch eine Unternehmensumlage mitfinanziert wird: Wer sich beruflich umorientieren möchte, soll die Möglichkeit erhalten, an einer Hochschule ein Studium oder eine Zusatzqualifizierung in einem sozialen oder ökologischen Bereich zu absolvieren, in dem zukünftig mehr Beschäftigte benötigt werden.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

Wir sehen es zuvorderst als Aufgabe der Länder die Weiterbildung an Hochschulen zu stärken. Mit dem Aufbau von Bildungsagenturen wollen wir darüber hinaus einen Rahmen schaffen, in denen sich die Akteure der Weiterbildung vor Ort, beispielsweise Arbeitsagenturen, Jobcenter, berufsbildende Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und Kammern vernetzen und ihre Kompetenzen in regionalen Netzwerken bündeln können. Wir GRÜNE setzen uns für eine grundlegende Reform des BAföG ein und wollen zudem mit einem Weiterbildungs-BAföG ein starkes Förderinstrument für das Lernen nach dem ersten Berufsabschluss schaffen, damit mehr Menschen als bisher an wissenschaftlichen oder anderen Weiterbildungen teilnehmen können.

Antwort von Volt Deutschland

Wir benötigen ein umfassendes Bildungsprogramm, das Lebensbegleitendes Lernen fest in unserer Gesellschaft verankert. Die Aufklärung über Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung muss auch in der Breite der Gesellschaft ankommen. Die Bundeszuständigkeit und -handlungsfähigkeit wird in unserem Bildungsprogramm durch eine Bundesbildungskommission ausgeweitet, die evidenzbasierte Vorschläge zur weiteren Gestaltung von Weiterbildungsprogrammen und die Integration in Berufsausbildungen machen soll. Die finanzielle Förderung durch den Bund wird eine Säule sein und eine enge Kooperation mit Interessenverbänden der Wirtschaft wird diese Förderung flankieren.

Frage 8:
Was sind aus Sicht Ihrer Partei die größten Hindernisse, die dem Ausbau der Weiterbildung entgegenstehen und was kann und will ihre Partei zu deren Beseitigung beitragen?

Antwort der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU)

Wissenschaftliche Weiterbildung muss stärker als bislang zu einem wesentlichen Tätigkeitsfeld der deutschen Hochschulen werden. Die Länder sind dabei gefordert, dies mit geeigneter Gestaltung ihrer leistungsorientierten Mittelvergabe zu unterstützen. Wichtig ist dabei, dass die Hochschulen Freiräume erhalten, um beispielsweise mit innovativen Modellen der Weiterbildung zu experimentieren. So wären etwa Weiterbildungspartnerschaften von Hochschulen oder Hochschulverbünden mit Unternehmen denkbar.

Antwort der Freien Demokratischen Partei (FDP)

Das starre Kapazitätsrecht ist nicht mehr zeitgemäß und muss grundlegend reformiert werden. Solange akademische Lehrangebote jenseits mehrjähriger Erststudiengänge in der Finanzierungs- und Steuerungslogik öffentlicher Hochschulen kaum Berücksichtigung finden, bleibt die akademische Weiterbildung unter ihrem Potential. Wir setzen uns außerdem für die Anerkennung akademischer Teilabschlüsse beziehungsweise Micro Degrees ein, um auch kleinere Weiterbildungsmodule attraktiver zu machen. Mit einem Midlife-BAföG für Menschen mit geringem Einkommen und einem steuerfreien Bildungssparen wollen wir allen Menschen auch in der Mitte des Lebens die Finanzierung von Weiterbildung und Bildungszeiten ermöglichen. Teilzeitstudiengänge wollen wir ausbauen und die öffentliche Bildungsfinanzierung - beispielsweise Stipendien - auch für ältere Zielgruppen öffnen.

Antwort von DIE LINKE

Ein größeres Problem beim adäquaten Aufbau der wissenschaftlichen Weiterbildung ist es, die Diversität der Weiterbildungsstudierenden ausreichend bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen. Ebenso sollte die wissenschaftliche Weiterbildung alle Bevölkerungsgruppen erreichen und Gruppen wie Arbeitslose miteinbeziehen. Ein weiteres Hindernis sehen wir in der mangelnden akademischen Anerkennung für wissenschaftliche Weiterbildung. Das führt auch dazu, dass sich in Deutschland oft nur eher kleine bis mittlere Hochschulen und besonders Fachhochschulen in der wissenschaftlichen Weiterbildung engagieren. Wissenschaftliche Weiterbildung ist auch an und für (große) Universitäten wichtig und sollte explizit gefordert und gefördert werden. Zusätzlich sehen wir Probleme in den rechtlich uneinheitlichen Rahmenbedingungen über Bundesländer hinweg und bei Maßnahmen wie beim BAföG oder Austauschprogrammen. Diese Maßnahmen gehen immer noch von der klassischen studentischen Bildungsbiografie aus und berücksichtigen die diversen Bedürfnisse und sich über einen längeren Zeitraum abwechselnden Bildungs- und Berufsphasen nicht ausreichend.

Antwort von Bündnis90/Die Grünen

In Deutschland gibt es unzählige Weiterbildungsanbieter, die mit unterschiedlichen Standards arbeiten. In diesem Meer aus Zeugnissen, Zertifikaten und Urkunden ist es schwer, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig sind bestehende Förderinstrumente oft zu eng gefasst und gerade Menschen mit geringeren Einkommen nehmen in der Folge seltener an Weiterbildung teil. Das wollen wir GRÜNE ändern und setzen uns für einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung ein. Dafür wollen wir Beratungsangebote in Bildungsagenturen bündeln und ausbauen. Um die finanzielle Förderung deutlich zu verbessern, wollen wir Qualifizierung im Rahmen einer Arbeitsversicherung deutlich stärken und bestehende andere Förderinstrumente zu einem Weiterbildungs-BAföG weiterentwickeln. Die Qualität der Angebote wollen wir erhöhen, indem wir die Zertifizierung und Anerkennung von Weiterbildungsabschlüssen und -modulen reformieren. Abschlüsse sollen künftig wie Ausbildungs- oder Studienabschlüsse bundeseinheitlich vergleichbar werden.

Antwort von Volt Deutschland

Die bereits bestehenden Engpässe bei der Lehre an deutschen Hochschulen sind alarmierend. Es muss eine deutliche Ausweitung der Kapazitäten für Lehre in vielen Bildungszweigen erfolgen, sodass auch anschließende Weiterbildungsmöglichkeiten ausgeweitet werden müssen. Hierzu bedarf es eines neuen Mindsets, das Bildung als zentrale Ressource unserer Gesellschaft begreift und das Hochschulbildung stark in der Realität der aktuellen Arbeitswelt verankert sieht. Die für die Lehre eingesetzten staatlichen (und privat finanzierten) Mittel werden durch hochqualifiziertes Fachpersonal vielfach wieder aufgerechnet.

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