DGWF-Jahrestagung 2022
Jenseits von Bachelor und Master – Innovation und Vielfalt in der wissenschaftlichen Weiterbildung
14. - 16. September 2022

Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht | |
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Ort: Raum 6a 418 HWR Campus Lichtenberg |
| Datum: Donnerstag, 15.09.2022 | |||
| 11:30 - 13:00 | Wettbewerb, Geschäftsmodelle und Marketing Ort: Raum 6a 418 Chair der Sitzung: Anna Bergstermann, Frankfurt University of Applied Sciences | ||
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Kürzer, schneller, reicher? Jenseits etablierter Formate durch partizipative Angebotsentwicklung 1Hochschule Magdeburg-Stendal, Deutschland; 2Hochschule Magdeburg-Stendal Denken wir jenseits von Bachelor und Master oder nur das Gewohnte en miniature? In der Ankündigung zur Jahrestagung der DGWF scheinen Relevanz und Modus der Weiterentwicklung von „innovativen kurzformatigen“ Angeboten unbestritten. Hier gilt der „Wettbewerb mit großen, global agierenden privaten Bildungsanbietern“ als bildungspolitisches Argument. Dabei scheint das Anliegen, „Nutzen“, „Wert“ oder „Innovation“ dieser Angebote zu ermitteln, bereits eindeutigen Zielvorstellungen im Sinne eines kürzer, schneller, reicher zu folgen. Um den markt- und wettbewerbsorientierten Zielvorstellungen eine kritische Perspektive entgegenzuhalten, wird mit diesem Vortrag in Anlehnung an Schäffters Modell der „wechselseitigen Wertschöpfung“ (2014) ein Angebotsformat vorgeschlagen, welches sich im Kontext gesellschaftsstruktureller Transformationsprozesse als eine Art reaktionsfreudiges freies Radikal bewegt. Hier stellt sich die Frage, ob Vorwegnahmen oder Trendanalysen, die spezifische Angebotsformate einfordern, überhaupt in der Lage sind, transformative Wandlungsprozesse zu antizipieren. Im Gegensatz dazu wird ein Vorschlag unterbreitet, in dem sich Angebotsentwicklung als ein Bildungsformat darstellt. Demnach setzt das Bildungsangebot bereits da ein, wo interessierte Weiterbildungsadressat*innen an der Angebotsentwicklung mitwirken. Dabei handelt es sich um ein Format wechselseitiger Vermittlung zwischen Angebot- und Nutzenseite, welches zugleich als reflexiver Bildungsprozess gestaltet ist. Diskutiert wird eine Richtungsumkehr in der Planungslogik: weg von vorausgesetzten Zielgruppen und ihren Bedarfen, hin zu einem Bildungsformat partizipativer Angebotsentwicklung.
Akademische Weiterbildung als On-Demand E-Learning Kurse – Entwicklung der Plattform LERNIAC Hochschule Aalen, Deutschland Deutsche Unternehmen haben Sie bereits umfassend im Einsatz: kurzformatige rein digitale, auf Abruf verfügbare Weiterbildungsangebote der großen, global agierenden privaten Bildungsanbieter wie Udacity, Udemy, Coursera oder LinkedIn Learning (vgl. z.B. mmb-Trendmonitor (2020/2021). Corporate Learning greift damit den Trend zum selbstgesteuerten, informellen Lernen auf oder kombiniert diese online Lerneinheiten mit klassischen Weiterbildungsformaten. Die Plattformen kooperieren inzwischen mit bekannten Universitäten oder einzelne Professoren bieten zunehmend typische Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung. Es stellt sich die Frage, wie Weiterbildungseinrichtungen deutscher Hochschulen darauf reagieren sollten und ob es sinnvoll ist, als deutsche Hochschule oder Universität ein kleinteiliges, rein digitales Weiterbildungsangebot unterhalb der Studienangebotsebene zu entwickeln. Der Vortrag beleuchtet den Projektverlauf der on-demand Plattform LEARNIAC des Graduate Campus der Hochschule Aalen von der Projektidee über die Konzeption bis zum Launch. Neben konzeptionellen Aspekten wie Zielgruppen und Themenfelder der Kurzprogramme, werden auch grundlegende Fragestellungen zu den organisatorischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, der finanziellen Tragfähigkeit und Vergütung für beitragende Professoren, adressiert. Noch offene Herausforderungen, wie die Einführung von formellen Abschlüssen und die Verstetigung des Angebots, werden erläutert. Der Vortrag zeigt auch, welche Randbedingungen Innovationsprojekte in der akademischen Weiterbildung an Hochschulen befördern.
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| 14:00 - 15:30 | Kurzprogramme in der Bildungspolitik und der Strategie von Hochschulen Ort: Raum 6a 418 Chair der Sitzung: Dr. Franziska Sweers, Philipps-Universität Marburg | ||
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Herausforderungen einer Anbieter- und Angebotsstatistik der wissenschaftlichen Weiterbildung 1Deutsches Institut für Erwachsenenbildung; 2Bundesinstitut für Berufsbildung Angebote der wiss. WB unterliegen derzeit einer dynamischen Entwicklung, insbesondere in Bezug auf „Kurzprogramme“, deren Zahl deutlich zugenommen hat. Dabei verschwimmen die Grenzen zu abschlussbezogenen Angeboten, etwa durch Möglichkeiten der Kumulation von Zertifikaten. Gleichzeitig wächst der Bedarf an steuerungsrelevanten Informationen für diesen Bereich und somit auch daran, entsprechende Daten in die Berichterstattung zur beruflichen Weiterbildung zu integrieren. Das 90-minütige Werkstattgespräch führt die Perspektiven relevanter Interessengruppen (Bildungspolitik auf Bundes- und Landesebene, Hochschulen, datengebende Institutionen, Forschende) zusammen, um Informationsbedarfe und Vorstellungen zur Umsetzung einer Anbieter- und Angebotsstatistik der wiss. WB zu bündeln und Herausforderungen zu identifizieren. Im Anschluss an ein Impulsreferat zu konzeptionellen Grundlagen der Berichterstattung und zur aktuellen Datenlage erfolgt eine Diskussion anhand von Leitfragen:
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| Datum: Freitag, 16.09.2022 | |||
| 11:00 - 12:30 | Die europäische Perspektive Ort: Raum 6a 418 Chair der Sitzung: Dr. Johannes Klenk, Universität Hohenheim | ||
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Kurzformate in der wissenschaftlichen Weiterbildung im Kontext europäischer Entwicklungen CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutschland In dem Vortrag soll die bestehende Angebotsvielfalt in der wissenschaftlichen Weiterbildung in Deutschland typisiert sowie unter verschiedenen Merkmalen überblicksartig analysiert werden. Dies geschieht auf Basis von Ergebnissen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ (Nickel & Thiele 2020) sowie aktueller Daten mit dem Ziel, Entwicklungsverläufe und Charakteristika der verschiedenen Angebotstypen deutlich zu machen. Daran anschließend soll die nationale Entwicklung in einen europäischen Kontext eingeordnet werden, um auch international die Breite in der Gestaltung und die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Weiterbildung zu skizzieren. Dies kann Rückschlüsse auf potenzielle Entwicklungspfade von Kurzformaten in Deutschland ermöglichen. Dazu wird ein vergleichender Blick auf die wissenschaftliche Weiterbildung in drei europäischen Ländern (Schweiz, UK und Finnland) geworfen. In einer anschließenden Diskussionsrunde erfolgt ein Austausch zu den daraus resultierenden Implikationen für Deutschland. Hintergrund für den Vortrag ist der seit einigen Jahren beobachtbare Trend zu Kurzformaten in der wissenschaftlichen Weiterbildung (Reum, Nickel & Schrand 2019). Die Empfehlungen des Bundesrats zu einem europäischen Ansatz für Microcredentials im Rahmen des lebenslangen Lernens könnte diese Entwicklung noch weiter befördern und um internationale Aspekte erweitern (Bundesrat 2022). Die große Heterogenität der Kurzformate stellt eine Herausforderung sowohl für Verantwortliche in Hochschulen als auch für Weiterbildungsinteressierte dar (Rentzsch et al. 2020). Insofern stellen sich hier Fragen der Transparenz und Qualitätssicherung.
Vom Ausland lernen!? – Erfahrungen und erste Erkenntnisse mit Micro-Credentials in Europa FernUniversität in Hagen, Deutschland Während Micro-Credentials in Deutschland erst seit in jüngster Zeit intensiver diskutiert werden, sind sie international bereits weiter verbreitet. So gehören in Großbritannien MOOCs häufiger zum Geschäftsmodell von Hochschulen, in Irland werden Micro-Credentials staatlich gefördert und in Frankreich und Italien gibt es offizielle digitale Plattformen für universitäre Kurzprogramme. Zwar unterscheiden sich die Begrifflichkeiten, sie alle aber eint, dass sie überwiegend digital/blended und für berufserfahrene Lernende zur Steigerung der Employability angeboten werden. Die Europäische Kommission hat nunmehr eine Empfehlung zu Micro-Credentials vorgelegt, um eine Transparenz und Akzeptanz für Formate jenseits von BA und MA zu schaffen. Gleichzeitig bewirbt sie diese als adäquates Mittel, um den Zugang zu qualitätsgesicherter lebenslanger Bildung zu gewährleisten. Die FernUniversität beschäftigt sich seit geraumer Zeit zusammen mit internationalen Partnern mit dem Thema: Nach einem Vorläuferprojekt „European Short Learning Programmes“ (2018-2021) setzt das im April 2022 gestartete EU-Projekt „Modular Continuing Higher Education by Microcredentials“ mit 11 EU-Partnern seinen Schwerpunkt auf die Lernendenperspektive und die institutionelle Entwicklung im hochschulpolitischen Rahmen. Berichtet werden aus diesem Projekt die Ergebnisse einer Befragung unter den Projektpartnern, die sowohl die jeweiligen institutionellen Strategien im Umgang mit Micro-Credentials aufzeigen als auch auf die nationalen Ausprägungen der Diskussionen hierzu verweisen. Vor diesem Hintergrund werden Thesen zur Reichweite und Bedeutung von Micro-Credentials auf das deutsche Bildungssystem formuliert.
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