25.01.2017

DGWF Vorstand im Public Hearing des EU-Parlaments

Academic Further and Distance Education as Part of the European Lifelong Learning Strategy

   

BrĂŒssel/Koblenz. Der Ausschuss fĂŒr Kultur und Bildung (CULT) des EuropĂ€ischen Parlaments erstellt derzeit den Initiativbericht "Academic further and distance education as part of the European lifelong learning strategy" und lud dazu Experten wissenschaftlicher Weiterbildung zu einem Public Hearing nach BrĂŒssel ein. Die Idee zum Bericht hatte die DGWF-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland 2016 an CULT herangetragen. Nach einem VorgesprĂ€ch mit dem Berichterstatter MdEP Milan Zver im November 2016 war der DGWF-Vorstand nun Teil der Expertenrunde im Public Hearing. Margot Klinkner und Burkhard Lehmann waren fĂŒr die DGWF vor Ort.

In ihrem Beitrag ‚Academic continuing education as a strategic response to demographic and technological changes‘, verdeutlichte Klinkner nach einigen grundlegenden AusfĂŒhrungen fĂŒnf zentrale Punkte, die fĂŒr die Entwicklung einer EuropĂ€ischen Strategie lebenslangen Lernens aus Sicht der DGWF entscheidend sind. 

Angesichts der Breite ihres Angebotsspektrums von berufsqualifizierenden bis hin zu allgemeinbildenden Inhalten bediene wissenschaftliche Weiterbildung ganz unterschiedliche Zielgruppen: Dazu gehören Hochschulabsolventen mit erster Berufserfahrung ebenso wie BerufstĂ€tige, die noch nie studiert haben und sich, genau wie Quer- und Wiedereinsteiger/innen, neben Beruf und Familie weiterqualifizieren möchten, bis hin zu Menschen in der nachberuflichen Phase oder aktuell auch Menschen, die aus ihrem Heimatland geflĂŒchtet sind. Wissenschaftliche Weiterbildung verstĂ€rke so die gesellschaftliche Teilhabe an Bildung und Qualifizierung im Sinne lebenslangen Lernens und leiste als Teil des gesetzlichen Bildungsauftrags der Hochschulen mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zu Qualifizierung, Integration und Inklusion.

WĂ€hrend berufliche Weiterbildung auf europĂ€ischer Ebene bereits stark im Fokus stehe, wĂŒrde berufsbezogene wissenschaftliche Weiterbildung, die von Hochschulen angeboten wird, bislang noch nicht genĂŒgend wahrgenommen, bemĂ€ngelte Klinkner. Im Sinne einer stĂ€rkeren DurchlĂ€ssigkeit der Bildungssysteme gelte es, beide Bereiche mehr miteinander zu verzahnen und gegenseitig anzuerkennen. Dazu gehöre auch eine einheitliche Praxis bei der Anrechnung von Vorleistungen auf ein Hochschulstudium. Dies sei trotz EinfĂŒhrung des EuropĂ€ischen Qualifikationsrahmens in den europĂ€ischen Mitgliedsstaaten bislang noch nicht gewĂ€hrleistet. Die EinfĂŒhrung einer EU-weiten QualitĂ€tskontrolle und die Etablierung EU-einheitlicher QualitĂ€tsstandards seien daher Grundvoraussetzung fĂŒr eine EuropĂ€ische Strategie lebenslangen Lernens.

Was den technologischen Wandel betreffe, so setze wissenschaftliche Weiterbildung insbesondere im Bereich des Fernstudiums digitale Medien bereits seit lĂ€ngerem als Instrument fĂŒr flexibles Lehren und Lernen ein und könne deshalb als `FrontrunnerÂŽ der Digitalisierung bezeichnet werden. „Online-Lehre und digitale Studienformate sorgen fĂŒr die nötige FlexibilitĂ€t, die gerade fĂŒr Studierende, die sich neben Job und Familie akademisch weiterbilden, von großer Bedeutung ist“, so Klinkner.

Wissenschaftliche Weiterbildung biete daher die strategische Antwort auf den demografischen und technologischen Wandel und mĂŒsse sowohl Teil der EU-Förderprogramme als auch Teil der europĂ€ischen Digitalisierungsstrategie werden, betonte Klinkner in ihrem SchlussplĂ€doyer.

Als Vorsitzender der DGWF dankte Burkhard Lehmann der Vorsitzenden des CULT-Ausschusses fĂŒr die Beteiligung der DGWF am Public Hearing und sicherte den Ausschussmitgliedern die weitere Zuarbeit bei Erstellung des Initiativberichts zu.

Hier finden Sie das Summary sowie die  Folien zum Beitrag.

Zur Video-Aufzeichnung des Public Hearings: http://web.ep.streamovations.be/index.php/event/stream/170124-1500-committee-cult/embed

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